Naturbursch-Methoden

Integrative Teamdynamik „Bring dich ein“ nach Naturbursch



Die „Teamleader-Rules“ bilden die Essenz aus unserer jahrelangen Praxis in der Gruppenarbeit. Da es sich bei Arbeitnehmern immer um Menschen handelt, die in Gruppen zusammenarbeiten, sind die Teamleader-Rules sogenannte „Bodenaufbereiter“ für eine gute Kommunikation und damit dem Zugang zum „Teamwissen“ (skill sharing). Auch spielt in Gruppen die Rangdynamik eine sehr große Rolle. Wir haben zu diesem Thema ein Modell entwickelt, welches effiziente Kommunikation und damit die Leistungsförderung zum Ziel hat und das die ihr zugrundeliegenden nötige Rangdynamik beziehungsweise Hierarchiestruktur aufzeigt. Dieses werde ich Ihnen vorerst kurz vorstellen:

 

 

Abbildung I: Zeitgenössische Hierarchie und Teamverhalten (naturbursch, design by Roman Pendl)

 

Die in Abbildung I von uns entwickelte Grafik zeigt eine klassische Hierarche beziehungsweise klassisches Teamverhalten. Während einige Teammitglieder (orange) an einem Strang ziehen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen (hier symbolisiert durch die Truhe), steht mit erhobener Hand die Teamführung (rot) und gibt Anweisungen. Einige Mitglieder des Teams betrachten die Teamarbeit von außen und integrieren sich nicht in das Team. Gründe können hier sein, dass sie sich nicht eingebunden fühlen, dass sie das gemeinsame Ziel nicht mittragen möchten oder auch die, in diesem Falle negative, Vorbildwirkung der Teamleitung. Die schwarzen Pfeile zeigen bereits die Richtung auf, in die sich die Teammitglieder bewegen müssen, die abseits stehen: Auf das Team zu. Auch die Teamleitung muss einen Schritt auf das Team zugehen.



Abbildung II: Integrative Teamdynamik „Bring dich ein“. Integrierte Teammitglieder: Voraussetzung für ein Hochleistungsteam (naturbursch, design by Roman Pendl)

 

In Abbildung II hat sich die Situation geändert: sowohl die Teamführung, als auch die skeptischen Mitarbeiter (schwarz) wurden in das Team integriert, so dass nun alle an einem Strang ziehen. Auffallend ist, dass in der zweiten Abbildung nicht mehr alle der zuerst skeptischen Mitarbeiter (schwarz) im Team sind. Mitarbeiter in ein Team zu integrieren bedeutet eine bewusste Entscheidung der Teammitglieder, ob sie das gemeinsam gesteckte Ziel mit den anderen Teammitgliedern verfolgen möchten oder nicht. Eine bewusste Entscheidung beinhaltet auch immer die Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter das Team verlässt, weil er die Teamentscheidungen nicht mittragen will.

Warum ist es so wichtig, dass alle Teammitglieder an einem Strang ziehen und wie kann man dieses Miteinander fördern?

Die Überlegenheit eines gut miteinander arbeitenden Teams gegenüber einer Einzelperson ist unumstritten. Während die Einzelperson addiere, könne das Hochleistungsteam multiplizieren, sagt Jörg Löhr einer der großen deutschen Trainer und Speaker.

Um die Arbeit eines Hochleistungsteams zu verdeutlichen, stelle ich eine Analogie zum Internet her (siehe Abb. III, S. 16). Viele verschiedene einzelne Server verbinden sich über Kabel und werden gemeinsam zum Internet. Jeder Server hat für sich bestimmte Informationen, doch erst in Verbindung mit den anderen Servern wird eine so breite Wissensplattform wie das Internet möglich. Ähnlich, wenn auch komplexer und vielschichtiger, ist es auch beim Menschen: jeder einzelne Mensch verfügt über seine eigenen Fähigkeiten, Erfahrungen, seine eigenen Talente und sein eigenes Wissen. Dieses kann er für sich in einen Arbeitsprozess einbringen. Kann er sich aber mit anderen Menschen verbinden, so greift das gesamte Team auf ein gemeinsames Teamwissen zu, welches nicht nur in der Lage ist Wissen abzufragen, sondern auch kreativ Neues zu erschaffen. Wir nennen diesen Zugriff auf das gemeinsame Teamwissen „FLOW FACTOR“. Die Verbindung der Menschen untereinander sind jedoch keine Kabel, sondern die Kommunikation. Je besser und effizienter die Kommunikation ist, desto schneller und stabiler kann ich auf das Teamwissen zugreifen. Jedes einzelne Teammitglied, das in das Teamwissen integriert werden kann, stellt eine Potenzierung der Fähigkeiten und Erfahrungen gegenüber dem Einzelnen dar.



 

Abbildung III: Vergleich „Teamwissen“ zum Internet (naturbursch, designed by Roman Pendl)

 

So werden zum Beispiel Spitzenleistungen möglich, die von außen betrachtet wie ein Wunder wirken: der Sieg der griechischen Nationalmannschaft bei den Fußballeuropameisterschaften 2004. Obwohl technisch und spielerisch nicht die beste Mannschaft, konnte sie nicht bezwungen werden, weil Menschen, die sich sehr gut kennen, einander angleichen und Verhalten vorausahnen können. Das Nachahmen und „Vorausahnen“ begründet sich auf die von Rizzolatti 1995 entdeckten Spiegelneurone .

Da ein Hochleistungsteam Leistungen potenzieren kann, ist eine exzellente Teamarbeit die Lösung für viele Herausforderungen und Probleme. Steigende Komplexität und hohes Arbeitsvolumen können vom einzelnen kaum noch bewältigt werden. Die Lösung ist das kooperativ miteinander arbeitende Team.

Um den FLOW FACTOR, also den Zugriff auf ein gemeinsames Teamwissen erreichen zu können, bedarf es einer vom Team erarbeiteten Struktur:

 

 

  • Boden aufbereiten – Develop breeding grounds

Mit „Boden aufbereiten“ oder „fruchtbaren Acker“ bereitstellen meinen wir die Vorbereitung für das Entstehen einer vertrauensvollen Beziehungsebene. Es ist normalerweise die Phase bevor man sich kennenlernt, allerdings kann man damit auch beginnen, wenn man sich schon kennt. Welche Rahmenbedingungen muss ich setzen, damit ein bestmöglicher Nährboden für eine gute Beziehungsebene entsteht?

  • Rahmen setzen – Common framework

Den Rahmen setzen, bedeutet für den Teamleader zum einen Werte und erwünschte Verhaltensweisen vorzuleben, zum anderen Teamverhaltensweisen vom Team erarbeiten zu lassen. Regeln, die dem Teamleader wichtig sind, sollten von diesem wie von jedem anderen Teammitglied auch, eingebracht und erklärt werden, warum diese Regeln für ihn so wichtig sind. So kann das Team darüber nachdenken und sich bewusst dafür oder dagegen entscheiden. Dies ist ein fortwährender Prozess, denn Regeln und Verhaltensweisen müssen sich veränderten Umweltbedingungen anpassen.

  • Entscheidung treffen – Make a decision

Jedes Teammitglied muss aufgrund der Ziele und gesetzten Regeln für sich nun bewusst entscheiden, ob er dies mittragen möchte oder nicht. Es bedeutet ein konkretes: „ ja ich will, ich bringe mich ein“. Es bedeutet, dass sich jeder einverstanden ist und sich anstrengen wird, um die Ziele zu erreichen und die Regeln zu befolgen.

  • Erfahrungsspeicher zugreifen lassen – Skill sharing

Bewusstmachung, dass durch mein Einverständnis das Team auf meinen Erfahrungs- und Fähigkeitsspeicher zugreifen darf. Es geht hierbei um das Teilen der eigenen Fähigkeiten zum Wohle des Teams.

 

Abbildung IV: Zugriff auf das Teamwissen: „FLOW FACTOR“ (naturbursch)
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